Meetings ohne Gelaber? Vom Wunschtraum zur Umsetzung. Mein Gespräch mit Michaela Stach

Meetings ohne Gelaber? Vom Wunschtraum zur Umsetzung. Mein Gespräch mit Michaela Stach

Michaela Stach begleitet Unternehmen seit vielen Jahren in Veränderungsprozessen. Sie leitet gemeinsam mit zwei anderen Frauen die Akademie für systemische Moderation und das Business Netzwerk der genialen Frauen. 2011 wurde ihr bewusst, dass die Kernkompetenzen für den Veränderungsprozess noch viel zu wenig in den Unternehmen selber verankert sind. Zudem gab es hierfür keine fundierte Ausbildung. Eine bessere Expertin zum heutigen Thema kann ich mir kaum wünschen, denn sie hat sogar ein Buch darüber geschrieben: „Agil moderieren, konkrete Ergebnisse statt endloser Diskussionen“. 

Warum empfinden wir so viele Meetings eigentlich als öde? 

Dies ist meine Startfrage und Michaela antwortet sehr konkret: Zum einen haben wir oft viel zu viele Termine, die direkt aufeinander folgen. Dies lässt keine direkte Vor- und Nachbereitung zu. Zudem ist den Teilnehmern häufig weder das Ziel des Meetings klar, geschweige dann der eigene Beitrag. Webkonferenzen verleiten dazu, sich noch leichter ablenken zu lassen. Egal, ob digital oder analog: dieses Verhalten führt dazu, dass den Teilnehmern nicht bewusst ist, eine Mitverantwortung für eine Lösungsfindung zu haben. 

Klare Kommunikation von Anfang an 

Heißt in der Konsequenz, klare Kommunikation ist der Schlüssel. Und der Einladende muss entsprechend vorbereiten: Grundvoraussetzungen klären, Informationen teilen, Erwartungshaltung kommunizieren. Apropos Kommunikation: Zuhören und nachfragen sind der Schlüssel für ein gemeinsames Verständnis. Ich frage Michaela, ob die Teilnehmer auch das Recht haben, zu sagen, sie würden nicht kommen, wenn sie keinen Beitrag leisten können? 

Eine Frage der Arbeitskultur… 

Und da ist sie wieder: die Arbeitskultur. Ob Teilnehmer sich trauen abzusagen, hängt vom gelebten

Miteinander ab. Und eben nicht von starren Regeln. „Werden Werte im Umgang miteinander gelebt, brauche ich keine starren Regeln“, mein Michaela. Hierzu gehört auch die Fehlerkultur: Darf ich einfach einmal meine Gedanken frei fließen lassen, ohne dass diese sofort bewertet werden? 

… und der Führung 

Wer „Arbeitskultur“ sagt, muss auch über Führung sprechen. „In einer komplexen Welt ist die Führungskraft nicht mehr in der Lage, alles vorzugeben. Es kommt vielmehr darauf an, das Expertenwissen zu orchestrieren.“ Das heißt auch, Verantwortung an die Experteneams abzugeben. Jeder kann/soll/darf Meetings ansetzen. Gerade hier lässt sich Kultur erlebbar machen. 

Banalitäten, die keine sind 

Vieles kommt ihren Klienten banal vor, erzählt Michaela. „Wir sind doch erwachsene Menschen, wir brauchen doch nicht lernen, wie man Meetings abhält.“ Dabei wird oft unterschätzt, wie wichtig es ist, wenn wir uns als Menschen begegnen. Aus dem Buch „New Work needs Inner Work“ von Joana Breidenbach und Bettina Rollow hat sie das Einchecken übernommen: sich ein paar Minuten vor Beginn des Meetings Zeit für Persönliches zu nehmen: Wie geht es den Menschen in der Runde? Wenn alle wissen, dass ich die Nacht wegen meines erkälteten Kindes nicht geschlafen habe, können das alle richtig zuordnen. Damit werden Missverständnisse vermieden und wir alle dürfen wir selbst sein: Authentizität ist eben durch nichts zu ersetzen.  

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